Bisher sind in Deutschland die meisten Alumni-Netzwerke an Hochschulen zu finden. Zunehmend entdecken aber auch nationale und internationale Firmen den Nutzen von Alumni-Netzwerken.

Der Ursprung des Begriffs Alumni kommt von klösterlichen Einrichtungen, die ihren Schülern nicht nur Bildung, sondern auch Nahrung und Unterkunft angedeihen ließen. Diese Alumnate ermöglichten ihren Schülern unabhängig der finanziellen Möglichkeiten eine solide Ausbildung.

Heute bezieht sich der Begriff mehr auf die Menschen, die einen gewissen Teil ihres Lebens bei einem Unternehmen oder Hochschule verbracht haben. Und dort weitere Stufen der eigenen Weiterbildung erreicht haben. Auszubildende, Studierende, aktive und ehemalige Mitarbeiter gehören zur Zielgruppe für Alumni-Netzwerke.

Das Lebensphasen-Modell bestand früher meist aus den Stufen: Schule, Ausbildung, Job, Karriereleiter im Unternehmen empor arbeiten. Heute gilt dies nicht mehr. Die immer wiederkehrende Rückkehr in Fortbildungsphasen, bedeutet gleichsam das Erreichen von ständig neuen Entwicklungsstufen. Die Fortbildungsphasen können Firmenintern wie auch –extern erfolgen. Dadurch werden Alumni mit jeder Phase wertvoller für ein Unternehmen.

So ist es durchaus lukrativ ehemalige Mitarbeiter in entscheidungsberechtigten Positionen von Kunden zu platzieren. Die Auftrags-Chancen steigen um 60%. Beratungsunternehmen und international agierende Konzerne setzen seit Jahren auf diesen Absatzkanal. Das virale Marketing wird ebenfalls von Alumni unterstützt. Ihre Mund-Propaganda ist ein wertvoller Beitrag zur Image-Bildung und Umsatzförderung. Alumni stellen quasi einen exklusi¬ven Außendienstler ohne direkten Dienstvertrag dar. Die Kunden-Lieferanten-Beziehung steht von Beginn an auf einer anderen Ebene. Die persönlichen Beziehung, die genauen Kenntnisse der Rahmenbedingungen wie auch der Leistungsfähigkeit sind bekannt. Aus Unternehmens-Sicht hat aktives Alumni-Marketing also viele positive Effekte.

Weitere profitable Chancen bieten sich in der Re-Integration von ehemaligen Mitarbeitern bei Bedarf. Sie sind in den ersten Monaten um 40% produktiver als Neulinge. Meistens verweilen sie auch länger im Unternehmen und sind besser zu integrieren. Ihre Leistungsfähigkeit ist aus dem vorherigen Beschäftigungsverhältnis bekannt.

Der Brain-Drain, also die Abwanderung von Wissen, kann durch Alumni-Marketing umgekehrt werden. Gerade in Konzernstrukturen kann viel Know-how durch Fluktuation verloren gehen. Durch Alumni-Netzwerke kann dieses Wissen gehalten und weiterentwickelt werden. Wissensmanagement ist hier ein wichtiger Baustein im Netzwerk.

Die Möglichkeiten für ein Unternehmen, ein funktionierendes und attraktives Alumni-Netzwerk aufzubauen, sind vielfältig. Als erstes muss über die Organisationsform nachgedacht werden. So kann ein eigener Verein oder eine Abteilung die Aufgaben übernehmen. Die meisten Diskussionen kommen bei der Frage der Zuordnung zu einem Bereich auf – Marketing, Personal, Geschäftsleitung oder Vertrieb?  

Diese Frage lässt sich klar beantworten. Es sollte immer eine marketingnahe Zuordnung mit direkter Dialogstufe zur Geschäftsleitung gegeben sein. Viele Dialog-Marketing-Aktivitäten lassen sich im Alumni-Marketing vereinen. Eine enge Zusammenarbeit mit den Personal- und Vertriebsbereichen ist unabdingbar.

Die Grundlage für ein erfolgreiches Alumni-Netzwerk stellen 8 Basis-Stufen dar.

  1. Innere Kultur stärken
  2. Informations-Management optimieren
  3. Transparenz fördern
  4. Klare Positionierung - Corporate Identity schaffen
  5. Corporate Design aufbauen
  6. Dialog-Strategie festlegen
  7. Regelmäßige Zufriedenheitsanalyse bei Alumni und Aktiven
  8. Kontinuierliche (Alumni-Management-)Weiterbildung der Aktiven

Einzelne Stufen sind meist in jedem Unternehmen mehr oder weniger ausgeprägt vorhanden. Erst die erfolgreiche Verknüpfung dieser Stufen mit dem Konzept für das betriebseigene Alumni-Netzwerk bringt erst die gewünschten Wirkung.

Das Konzept schließt die fünf wesentlichen Bausteine ein: Database-Management, Kommunikation, Veranstaltungen, Services und Online-Netzwerk. Das Database-Management beinhaltet die Verarbeitung wesentlicher Alumni-Daten. Die Bindungsaktivitäten splitten sich in Kommunikation, Veranstaltungen und Services. Zu Services zählen unter anderem Informationspools zur Karriereunterstützung interner und externer Art. Ein gutes Beispiel für funktionierende Online-Netzwerke stellen die aktuellen Business-Social-Networks dar. Dort gibt es bereits zahlreiche Unternehmens-Alumni-Gruppen.

Ein Alumni-Netzwerk im Unternehmenssektor wird in Zukunft ein entscheidender Erfolgsfaktor werden. Gerade in Zeiten von Wirtschaftskrisen ist so manches Unternehmen gezwungen auch perspektivisch attraktive Arbeitnehmer freizusetzen, die durch ein Alumni-Netzwerk im Auge behalten werden können. Bei einer wirtschaftlichen Erholung sind diese dann schnell wieder eingestellbar.  In Deutschland gibt es bereits in vielen Branchen Firmen-Alumni-Netzwerke. Wann starten Sie?

Mehr Marketing-Themen finden Sie in der indialogo-Dialogothek!